Burgsinn

geschrieben von Dr. Guido Hoyer

Neben dem Kriegerdenkmal der Marktgemeinde befinden sich zwei am Volkstrauertag 2015 eingeweihte Gedenktafeln, die an die Verbrechen des NS-Regimes erinnern.

Eine der Tafeln ist der jüdischen Gemeinde Burgsinns gewidmet, die 1940 ausgerottet wurde. Die Synagoge, Fellener Str. 14, die als Bauwerk immer noch steht, war bereits in der Pogromnacht 1938 geschändet worden.

Die zweite Gedenktafel verweist auf ein Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen, das noch in den letzten Kriegswochen Anfang April 1945 stattgefunden hat: Im Zuge von Kämpfen um das Kriegsgefangenenlager Hammelburg war mehreren hundert im Lager inhaftierten sowjetischen Gefangenen die Flucht gelungen; elf von ihnen wurden in Burgsinn von Wehrmachtssoldaten gefangen genommen und am Mäusberg südlich der Ortschaft erschossen. Einwohner sahen der Ermordung zu.
Nach der Befreiung wies die US-Armee die örtlichen Nazis an, die verscharrten Leichen zu exhumieren und würdig zu bestatten. Zunächst auf dem Ortsfriedhof beerdigt wurden die Toten, deren Identität bis heute ungeklärt ist, später in eine Kriegsgräberstätte in Neumarkt / Oberpfalz überführt. Auf die Initiative eines Gemeinderats hin beschloss der Marktgemeinderat an die Opfer dieses Kriegsendverbrechens zu gedenken.
Die Inschrift der Tafel lautet: „Der Markt Burgsinn gedenkt den am 01.04.1945 in Burgsinn erschossenen sowjetischen Kriegsgefangenen. Sie wurden Opfer des nationalsozialistischen Terrors.“