Der „Sturm auf Berlin“

1. September 2020

Stellungnahme der VVN/BdA-Bundessprecher zum „Sturm auf Berlin“.

Historisch war der „Sturm auf Berlin“ der letzte Schritt der militärischen Zerschlagung des Faschismus in Europa. Am Ende stand am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands. Diesmal versammelten sich am Wochenende zehntausende Menschen zu einer Corona-Demonstration und kündigten einen „Sturm auf Berlin“ an. Neonazis und Reichsbürger riefen bereits zur „Entscheidungsschlacht“ auf und zeigten mit ihrer Gewalt gegen Polizisten und dem Angriff auf das ihnen verhasste Symbol des deutschen Parlamentarismus, den Bundestag, dass ihre Ankündigungen nicht nur leere Phrasen waren.

Es spielt keine Rolle, ob alle Corona-Protestler Faschisten sind oder nicht, denn die vollkommene Distanzlosigkeit zu Faschisten, Antisemiten, Rassisten und anderen Menschenfeinden ist das eigentliche Problem. Die vermeintliche Überparteilichkeit der Organisator:innen ist eine Farce und dient als Feigenblatt für die Medien. Inhaltlich sind sie nicht mehr weit vom „Stürmer“ entfernt. Denn wenn die Demonstranten vom 1. und 29. August sich wirklich um die Demokratie sorgen würden, so fragen wir: Warum wurde nicht die berechtigte Kritik geäußert – so wie der DGB es in seinem Aufruf zum 1. September tat? Wie es die VVN-BdA tat, die schon im April vor der Beseitigung der Grundrechte warnte? Wo ist die Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft, mit Obdachlosen und Geflüchteten? Die vermeintliche Sorge um demokratische Werte und Kritik an den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung durch die Organisator:innen der Corona-Demonstrationen dienen als Vehikel, mit dem völkische und faschistische Ideologeme weiter in die Gesellschaft transportiert werden und letztendlich in Gewalt wie am Wochenende münden. Sie glauben, den „Volkswillen“ mit ihren Aktionen zu vertreten. Ein Legitimationsmuster, wie sie auch die Attentäter von Hanau und Halle für ihre Morde nutzten.

Es ist ein politischer Skandal, dass vor einer Woche eine Demonstration in Hanau im Gedenken an die Opfer des rassistischen Attentats verboten wurde, obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid19 Pandemie dezidiert eingehalten werden sollten. In Berlin scheiterte das Verbot der Corona-Leugner:innen an der Unfähigkeit des SPD-Innensenators Andreas Geisel und der ihm untergeordneten Behörden, ein solches wasserdicht zu formulieren.

Frappierend ist auch die Unfähigkeit bzw. der Unwillen der Berliner Polizei, die Demonstrationen, nachdem die Auflagen (Abstand und Anlegen eines Mund-Nasen-Schutz) gezielt nicht eingehalten wurden, aufzulösen. Für linke und antifaschistische Demonstrationen gilt diese Zurückhaltung in der Regel nicht. Dort wird nur zu gern alles aufgefahren was der deutsche Repressionsapparat zu bieten hat, im Zweifel auch mal das SEK mit Maschinenpistolen wie in Wurzen 2017.
Dass man jetzt die 3 (drei) Polizisten belobigen will, die den Angriff auf den Reichstag aufgehalten haben, lenkt nur von der Unfähigkeit der Einsatzleitung ab, die die Ankündigungen der Neonazis nicht ernst genommen hatten. Die Berliner Polizei machte wieder einmal deutlich, dass Gefahr von rechts immer noch unterschätzt und heruntergespielt wird, während alles vermeintlich linke mit voller Härte bekämpft wird.

Die Geschehnisse vom Wochenende jedenfalls überraschen wenig, waren sie doch bereits vorher in den sozialen Medien groß angekündigt worden. Die Rhetorik bereits im Vorfeld voller Hass und Vernichtungsfantasien, durchsetzt mit Gewaltaufrufen gegen Eliten, Minderheiten und die parlamentarische Demokratie.
„Beschämend“ ist das Wort, welches von der Politik angesichts der Reichskriegsflaggen auf den Stufen des deutschen Parlamentes genutzt wird. Beschämend ist jedoch eher das Verhalten der Politiker:innen. Wo waren denn die Vertreter:innen der demokratischen Parteien des Berliner Abgeordnetenhauses und des Bundestages? Nur wenige von ihnen nahmen am Samstag an antifaschistischen Kundgebungen teil und oft genug auch nur für das eigene Foto für Facebook und Instagram. Wenn zum „Sturm auf Berlin“ und den Parlamentarismus aufgerufen wird, müssen diejenigen, die in den Parlamenten sitzen, diesen auch verteidigen. Wie 1933 scheint dies 75 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des Faschismus nicht der Fall zu sein.

Eine Demokratie muss solche Aktionen nicht aushalten, sie muss dagegenhalten!

PEN solidarisiert sich mit ältester antifaschistischer Organisation Deutschlands: VVN-BdA droht Entzug der Gemeinnützigkeit

29. Juli 2020

Pressemitteilung, Darmstadt, 27. Juli 2020.

Der deutsche PEN protestiert gegen die Entscheidung eines Berliner Finanzamts, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen, der ältesten und größten antifaschistischen Organisation Deutschlands, die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Die VVN-BdA, die 1947 von ehemaligen KZ-Häftlingen gegründet wurde, ist bis heute eine wichtige Kraft nicht nur im Bereich „Erinnerungskultur“, sie ist auch aktiver Part in Bewegungen gegen Rassismus, Fremdenhass und andere Bedrohungen der Demokratie.

Hierzu PEN-Präsidentin Regula Venske:

„’No Politics in the PEN Club under no circumstances!‘ So lautete die Devise, als 1921 der internationale PEN-Club in London gegründet wurde. Initiatorin war die englische Erfolgsautorin Amy Dawson-Scott, erster internationaler Präsident wurde John Galsworthy. Zwar wollte man sich für die Freiheit des Wortes, für Frieden und Völkerverständigung einsetzen, aber Literatur sollte doch, bitte schön, über nationale und/oder politische Leidenschaften erhaben sein.

Mit der Devise ‚No Politics‘ kam man indes nicht weit. Als 1933 die Scheiterhaufen der Nazis brannten und die Bücher der besten deutschen Schriftsteller verbrannt wurden, galt es sich zu positionieren. Während die internationalen Schriftstellerinnen und Schriftsteller gegen die Bücherverbrennungen protestierten und dasselbe auch vom deutschen PEN forderten, argumentierten die Vertreter des inzwischen ‚gleichgeschalteten‘ deutschen Clubs, sie würden sich an die Devise ‚No Politics‘ halten. Als sei es nicht auch ein politischer Akt, mit den Wölfen zu heulen – oder auch nur zu schweigen. Dem Ausschluss des deutschen PEN aus dem internationalen Verband kamen dessen neue Vertreter schließlich durch Austritt zuvor, während die ehemaligen führenden Köpfe des Vereins – Alfred Kerr als ehemaliger Präsident, Ernst Toller, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann und viele andere bekannte Namen – längst ins Exil geflohen waren.

Warum erzähle ich das? Es ist ein Irrtum zu denken, wer sich der Macht unterwerfe, sei unpolitisch und politisch sei nur derjenige, der protestiert. Es ist ein Irrtum zu denken, dass, wer gegen Rechtsextremismus kämpft, automatisch ein Linksextremist sei. Es ist ein fataler Irrtum, ja eine Infamie zu unterstellen, dass Antifaschisten genauso gefährlich wie Faschisten seien. Ein Donald Trump mag sich so äußern; das Bundesfinanzministerium, deutsche Finanzämter und der bayrische Verfassungsschutz sollten klüger sein. Die große Bedrohung für unsere Demokratie und freiheitliche Grundordnung kommt zurzeit vom Rechtsextremismus. Was oder wer könnte der Allgemeinheit also mehr dienen als Menschen, die sich zivilgesellschaftlich – mutig und beharrlich – gegen diese rechten Strömungen engagieren?“

Die Petition für den Erhalt der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA kann unterzeichnet werden auf https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Heinrich Peuckmann
Generalsekretär

Gedenken in Surberg

4. Mai 2020

Vor 75 Jahren: Wenige Stunden vor Eintreffen der amerikanischen Truppen wurden am 3. Mai 1945 in der Nähe von Lauter über 60 KZ-Häftligne eines „Todesmarsches“ von SS-Männern erschossen. Die Opfer wurden später im nahe gelegenen Surtal bestattet.

Zum ersten mal seit 1985 organisiert die VVN-BdA dieses Jahr KEINE öffentliche Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Surberg. Dennoch einige Eindrücke unseres stillen Gedenkens.

Auf www.surberg-gedenken-2020.de findet Ihr eine „digitales Gedenken“ mit Grußwort der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Baerbel Kofler, und einer Ansprache von Thomas Nowotny, der vom Verfolgungsschicksal seiner jüdischen Verwandtschaft berichtet.

75. Jahrstag der Befreiung des KZ Dachau

30. April 2020

Leider konnte auf Grund der aktuellen Coronamaßnahmen das diesjährige Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen stattfinden. Dabei stand selbstverständlich die Sicherheit der Teilnehmer*innen im Vordergrund.

Einige Fotos mit freundlicher Genehmigung von privat.

Der 8. Mai soll gesetzlicher Feiertag werden

29. April 2020

Am selben Tag, als die Niederlage des deutschen Faschismus am 8. Mai 1945 in Berlin Karlshorst nach der beispiellosen Barbarei endlich besiegelt wurde, erlebten meine Mutter, meine beiden Geschwister und ich die Befreiung durch die Rote Armee in Theresienstadt.
Ein neues Lebens begann für mich und alle vom Naziregime verfolgten Menschen.
Diesen Tag in unserem Land zu feiern und an alle Befreiungskräfte zu denken, stärkt unsere Hoffnung auf den Aufbau einer gerechten Welt des Friedens und der Freiheit.

Ernst Grube, geboren 13.12.1932 in München, aktiv in der Erinnerung als Überlebender der Shoah, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau e.V.

Stellungnahme zur Vorstellung des bayrischen VS-Berichtes 2019

23. April 2020

Am Freitag, den 17. April, präsentierte das Innenministerium des Freistaats Bayern der Öffentlichkeit den gedruckten Verfassungsschutzbericht 2019. Die Erwähnung unseres bayrischen Landesverbandes steht dabei erneut in der Kritik.

VVN-BdA gehört nicht in den Verfassungsschutzbericht

Im Dezember 2019 hatten sich die Landtagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD im Dringlichkeitsantrag „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes muss gemeinnützig bleiben“ für die sofortige Beendigung der Diffamierung der VVN-BdA durch den bayrischen Verfassungsschutz ausgesprochen. Dieser wurde mit den Stimmen der AfD abgelehnt. Eine entsprechende Petition* fand bis heute über 35.000 UnterstützerInnen. Die Erwähnung im VS-Bericht und der daraus resultierende Entzug der Gemeinnützigkeit auch für unseren Bundesverband wurde medial breit skandalisiert. Überlebende der Konzentrationslager protestieren gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA.

Als Beweis für unsere „linksextremistische Beeinflussung“ gilt dem bayrischen Innenministerium in diesem Jahr die Beteiligung an einer antimilitaristischen Kundgebung in München und die Mitveranstaltung des Vortrags in Augsburg mit dem Thema „Die Militarisierung der EU“. In beiden Städten wird das Engagement der VVN-BdA gegen Faschismus und Krieg geschätzt und gewürdigt. So wurde z.B. 2002 Ernst Grube, Überlebender des KZ Theresienstadt und Gründungsmitglied der VVN-BdA, mit der Medaille „München leuchtet“ der Landeshauptstadt München geehrt. Der Augsburger Vorsitzende der VVN-BdA, Dr. Harald Munding, erhielt von CSU-Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl die Verdienstmedaille „Für Augsburg“. Anna Pröll, Gründungsmitglieder der VVN in Bayern wurde 2003 Ehrenbürgerin der Stadt Augsburg.
Das bayrische Innenministerium unter Joachim Hermann versperrt sich in seiner Bewertung der VVN-BdA jeder Realität unserer Arbeit. Stattdessen werden die Fronten des kalten Krieges gepflegt, so als hätte es die letzten dreißig Jahre nicht gegeben. Bayern ist das einzige Bundesland, in dem die VVN-BdA durch den Verfassungsschutz beobachtet, im Verfassungsschutzbericht erwähnt und dort als „linksextremistisch beeinflusst“ eingestuft wird.

Um die Beobachtung der VVN-BdA durch den bayrischen Verfassungsschutz richtig einordnen zu können, lohnt die Lektüre des Berichtes 2019 allemal. Interessanter als das, was dort steht, ist allerdings das, was dort nicht steht. Rechtsextremismus-Experte Robert Andreasch äußert sich gegenüber dem BR enttäuscht: „Hier werden linke Hip-Hop Bands, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und Initiativen wie Ende Gelände auf die gleiche Ebene wie rechtsterroristische Netzwerke gestellt. Und hier wird nur das ausgeführt, was Expertinnen und Experten, Antifaschisten und Medien schon seit Jahren ausführlich thematisieren.“ Oft noch nicht einmal das. Nicht im Fokus des bayrischen Verfassungsschutzes stehen etwa Organisationen wie Südkreuz, Nordkreuz oder Uniter, sowie rechte Netzwerke in den Sicherheitsbehörden ganz allgemein. Im

Verein „Uniter e.V.“ organisieren sich ehemalige und aktive Soldaten und Polizisten aus Spezialeinheiten, es werden aber auch Zivilisten in Militärtaktik geschult. Gründer ist der ehemalige KSK-Soldat André S., der unter dem Pseudonym „Hannibal“ eine Vielzahl von Chatgruppen administrierte, in denen sich Mitgliedern von Bundeswehr, Polizei und Verfassungsschutz gemeinsam mit Gleichgesinnten auf den „Tag-X“ vorbereiteten. Nicht wenige Mitglieder dieser Netzwerke stehen unter Terrorverdacht.

Das bayrische Landesamt für Verfassungsschutz fällt wie andere deutschen Inlandsgeheimdienste immer wieder auf durch die Diffamierung zivilgesellschaftlich-demokratischen Engagements bei gleichzeitiger Verharmlosung rechtsextremistischer Umtriebe und Untätigkeit bei rechtsterroristischen Aktivitäten. So wurden „Reichsbürger“ von den Behörden erst als rechtsextremes Phänomen wahrgenommen, nachdem in Georgensgmünd 2016 ein Polizist durch die Schüsse eines „Reichsbürgers“ tödlich verletzt worden war. Die Mitglieder des NSU lebten dreizehn Jahre im Untergrund, ermordeten zehn Menschen (davon fünf in Bayern), überfielen ein Dutzend Banken und begangen mehrere Sprengstoffanschläge. Die V-Männern des Verfassungsschutzes hatten sie dabei stets im engsten Umfeld, Schulter an Schulter. „[…] dass das Netzwerk des NSU groß und bundesweit war und dass von einem abgeschottet agierenden Trio ebenso wenig die Rede sein kann wie davon, dass die VS-Behörden keine Kenntnisse über Ursprung und Existenz des NSU hatten“, wurde etwa von Antonia von der Behrens in ihrem Plädoyer vor dem OLG München herausgearbeitet. Wie andere Vertreter der Nebenklage im „NSU-Prozess“ ist sie sich sicher, „dass nichts für Fehler, sondern alles für gezieltes Handeln spricht“. Ein ungeheuerlicher Befund, an dessen Entkräftung man sich beim Inlandsgeheimdienst gar nicht erst abmühte. Axel Minrath, der Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz begann am 11.11.2011, unmittelbar nach dem Aufliegen des NSU damit, Akten mit NSU-Bezug zusammensuchen und vernichten zu lassen.

Trotz der öffentlich gewordenen Verstrickungen des „Verfassungsschutzes“ in das mörderische neonazistische Netzwerk des NSU und der militanten Neonaziszene entzieht sich der Inlandsgeheimdienst nach wie vor weitgehend der parlamentarischen und bürgerrechtlichen Kontrolle. Ein wirksamer Schutz der Demokratie gegen die Bedrohungen von Rechts ist nicht durch die Stärkung von Geheimdiensten zu haben, sondern nur durch eine wachsame, demokratische und antifaschistische Zivilgesellschaft, deren anerkannter und oft geehrter Teil wir als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes sind. Die Diffamierung unserer Organisation durch das bayrische Landesamt für Verfassungsschutz muss ein Ende haben. Antifaschismus ist gemeinnützig.

Buchenwaldgedenken 2020 abgesagt

12. März 2020

Liebe Freunde, leider müssen wir Euch mitteilen, das wir die Buchenwaldgedenkveranstaltung absagen müssen. Wie Ihr aus den unten abgebildeten Abschnitte aus einem Brief an die Organisatoren der LAG entnehmen könnt, haben viele internationale Gäste abgesagt und die Leitung der Gedenkstätte übernimmt keine Garantie für eventuelle auftretende Krankheitsfälle. Denkt bitte daran, dass über 50 % der Teilnehmer über 60 Jahre alt sind. Wenn sich die Gesamtlage entspannt hat, werden wir versuchen eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung Buchenwalds nach zu holen.

Wir wünschen Euch allen Gesundheit.Andrée und Wille. Die angemeldeten Teilnehmer bekommen von mir noch eine Informations – Mail zur Modalitäten der Abwicklung der Rückzahlung der eingezahlten Beträge.

Wir mussten aber sowohl beim Hotel(50 %), als auch beim Bus(20%) anzahlen: Wir bemühen uns alles zu stornieren. Danach bekommt ihr von mir Bescheid.

LG Andrée

Liebe Frau Pudszuhn, liebe Frau Seidel,
angesichts der aktuellen Situation ist es uns leider unmöglich, Ihnen weiterhin die Nutzung des Kinosaales der Gedenkstätte Buchenwald zuzusichern. Wie Sie wissen mussten wir gestern schweren Herzens die zentrale Gedenkveranstaltung von Freistaat Thüringen, IKBD und Stiftung am 5.4. im Deutschen Nationaltheater Weimar und auf dem ehemaligen Appellplatz zum 75. Jahrestag der Befreiung absagen. Aufgrund des besonders hohen Infektionsrisikos für ältere Menschen können wir auch die Einladungen für die ehemaligen Häftlinge nicht aufrechterhalten. Das IKBD hat uns zwischenzeitlich informiert, dass es ebenfalls alle Aktivitäten in Weimar abgesagt hat…….

Auch alle anderen Veranstaltungen der Stiftung, die im Begleitprogramm des Jahrestages und darüber hinaus in Weimar und Nordhausen geplant waren, müssen wir absagen…….

ziemlich wahrscheinlich, dass die Gesundheitsbehörden bis Anfang April die Restriktionen für Veranstaltungen noch weiter verschärfen – gerade in Weimar, wo ja gestern der erste Corona-Fall bestätigt wurde. Sie würden dann als Veranstalter allein die volle gesundheitliche Verantwortung; wir können keinerlei Garantie hinsichtlich Corona-Schutz usw. übernehmen und müssen vielmehr den bestmöglichen Schutz anderer Besuch*innen sowie unserer Mitarbeiter*innen sicherstellen. Einen Vorgeschmack auf das zu Erwartende bieten einige der seit gestern in Thüringen für Veranstaltungen geltenden Auflagen…..

Ich hätte Ihnen gern in anderer Weise geantwortet, aber leider ist das unter den gegebenen Umständen nicht möglich.
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen
Philipp Neumann-Thein

Dr. Philipp Neumann-Thein
Stellvertretender Stiftungsdirektor
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

OB-Kandidierende positionieren sich für VVN/BdA!

9. März 2020

Die Bundessprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Cornelia Kerth, war am vergangenen Freitag zu einem Vortrag zur Geschichte der VVN zu Besuch in Bamberg. Zusammen mit ihr wurde ein Solidaritäts-Foto mit den OB-Kandidierenden gemacht, um zu zeigen, dass Antifaschismus nicht verfassungswidrig, sehr wohl aber gemeinnützig ist.

Stephan Kettner von der Bamberger Linken Liste hatte zu der Aktion eingeladen. Ihm wird die Einbürgerung und damit die Kandidatur zum OB für die Bamberger Linke Liste aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Vereinigung bisher verweigert.
Dem Aufruf folgten die Kanidaten: Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg), Hans-Günter Brünker (Volt Bamberg) und Fabian Dörner (Die PARTEI Bamberg).

Die VVN-BdA, kämpft seit 1947 gegen das Wiederaufkeimen des Faschismus in Deutschland. Dafür steht sie in Bayern schon lange unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Neuerdings wird ihre Arbeit nicht mal mehr als gemeinnützig anerkannt. Damit wird ihr die Arbeit erheblich erschwert, genau zu einem Zeitpunkt wo rechtsextreme Angriffe sich häufen und Antifaschismus bitter nötig ist.

Das ist nicht hinzunehmen!

Günter Pierdzig
(Vors. VVN/BdA Bamberg)

Antifaschismus und Gemeinnützigkeit

3. März 2020

Antifaschismus und Gemeinnützigkeit

Eine Erörterung aus politischer und juristischer Sicht

Wie verweisen hier auf den Videobeitrag auf der Rosa Luxemburg Stiftung

https://www.rosalux.de/dokumentation/id/41695/

GEW-VVN-Angebot an Pädagogen / Besuch des Jüdischen Friedhofs in Hof / Straßenbenennung für Wolf Weil

24. Februar 2020

Nur wenige kennen den am westlichen Hofer Stadtrand ziemlich abgelegenen Jüdischen Friedhof. Normalerweise ist er der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das ist verständlich, aber bedauerlich. Denn hier befindet sich nicht nur das Grab des ersten Vorsitzenden der Israeltischen Kultusgemeinde nach 1945, Wolf Weil, sondern auch ein beeindruckendes Mahnmal: „Hier ruhen 142 unschuldig ermordete Juden“, heißt es auf der Gedenktafel u.a. Das Jüdische Hilfskomitee mit Wolf Weil an der Spitze sorgte dafür, dass ihre in den Wäldern um Hof unbeachtet liegenden Körper eine würdige Bestattung erhielten. Bekanntlich setzt sich die VVN-BdA Hof seit längerem dafür ein, eine Straße bzw. einen Platz in Hof zu Ehren des 1988 gestorbenen Wolf Weil zu benennen. Dieses Anliegen hat sich die Stadt Hof mittlerweile im Prinzip zu eigen gemacht – ein erster Erfolg! Uneinigkeit herrscht noch über die dafür geeignete Straße.
Nun luden die GEW Hof-Wunsiedel in Kooperation mit Dr. Asher Khasani, dem stellvertretenden Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde in Hof, sowie der VVN – BdA Hof-Wunsiedel zu einer Besichtigung des Friedhofs ein. Die Veranstaltung knüpfte an den antifaschistischen Stadtrundgang der GEW mit dem Lokalhistoriker Randolph Oechslein im vergangenen Jahr an.

Karlheinz Edelmann, GEW-Kreisvorsitzender, und die VVN-BdA-Kreisvorsitzende Eva Petermann waren nahezu überwältigt von der großen Resonanz: Nicht weniger als ca. fünfzig interessierte Hofer und Hoferinnen nahmen die Gelegenheit wahr, sich an Ort und Stelle authentisch informieren zu lassen, unter ihnen eine Reihe von Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen, Mitglieder des Stadtrats und andere Multiplikator*innen. Trotz der durch die unerwartet große Teilnehmerzahl nicht einfachen Bedingungen ging Dr. Khasani mit großer Geduld und Sachkenntnis auch auf die vielen Einzelfragen von Teilnehmenden ein. Karlheinz Edelmann bedankte sich sehr herzlich bei Dr. Khasani und überreichte ihm zum Dank eine Spende an die Jüdische Gemeinde.

Fotos: Randolph Oechslein

Dr. Khasani von der Israelitischen Kultusgemeinde Hof (rechts vorn) mit Teilnehmer*innen der Friedhofsführung an den Gräbern von Wolf Weil, des ersten Vorstehers der Jüdischen Gemeinde nach der Befreiung,und seiner kürzlich verstorbenen Witwe Alfreda Weil.

Von links nach rechts: Dr. Khasani von der Israelitischen Kultusgemeinde Hof mit einem Kollegen sowie mit Bernhard Mangei und Karlheinz Edelmann vom GEW-Kreisvorstand und Eva Petermann, VVN-Kreisvorsitzende.

Das Mahnmal für die 142 auf verschiedenen Todesmärschen ermordeten Juden, für deren würdige Bestattung Wolf Weil und das Jüdische Hilfskomitte nach der Befreiung 1945 als erstes sorgten.

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