Freising: NPD zeigt Oberbürgermeister an

geschrieben von Dr. Guido Hoyer

10. Juni 2012

Die Parteien im Freisinger Stadtrat – von der CSU bis zur LINKEN- sind sich einig: „Freising sagt NEIN zu Rassismus und Intoleranz“.Als Antwort auf die Anmeldung eines Infostands der NPD am Samstag, 9.Juni organisierte daher Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) eine gemeinsame Gegenaktion von Kirchen, Stadtratsfraktionen und dem Bündnis „Freising ist bunt“.

Die NPD, sichtlich gestört von der breiten Gegenwehr der Freisinger, trat die Flucht nach vorn an, wie die Freisinger SZ berichtet: „Weil auf dem Flyer der Verweis auf den Eigendruck im Selbstverlag fehlte, versuchte die NPD über den Staatsschutz die Verteilung zu stoppen und zeigte Eschenbacher an. Vergeblich, wie der OB gelassen berichtet: Das sei maximal ein Formfehler gewesen, deswegen werde gar nichts gestoppt.“ (Freisinger SZ, 11.6.2012).

Das Flugblatt kam dann auch in großer Auflage zur Verteilung und machte deutlich: Für Nazipropaganda ist in Freising kein Platz.

70. Jahrestag des Massakers von Lidice

9. Juni 2012

Vor 70 Jahren, am 10.Juni 1942, ermordeten deutsche Truppen in dem tschechischen Dorf Lidice rund 20 Kilometer nordwestlich von Prag die gesamte männliche Bevölkerung,verschleppten die Frauen in Konzentrationslager und brachten die meisten Kinder zur Umerziehung nach Deutschland.

Die FIR (FÉDÉRATION INTERNATIONALE DES RÉSISTANTS – ASSOCIATION ANTIFASCISTE)wendet sich mit dem Aufruf „Die Opfer von Lidice mahnen noch heute“ an die Öffentlichkeit. Generalsekretär Dr. Ulrich Schneider:

„Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) erinnert an diesem Tag an die Kämpferinnen und Kämpfer gegen den Faschismus, die trotz Terror und Verfolgung ihren Mut und Kampfeswillen bewahrt haben.

Die FIR gedenkt aller Opfer von Lidice.

Und es gilt dabei gegen alle Versuche der Geschichtsfälschung deutlich zu machen: Nicht der antifaschistische Widerstand war verantwortlich für dieses Massaker, sondern die faschistische Okkupationspolitik.

Keine Relativierung faschistischer Verbrechen zulassen!

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“

Hier der Text der Erklärung zum download:

20120610_1_lidice_2012.pdf (81 KB)

Sulzbach-Rosenberg unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum

19. Mai 2012

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mussten 12 Millionen Menschen Zwangsarbeit in NS-Deutschland leisten, auch in der Region Sulzbach-Rosenberg. Sie arbeiten z.B. in der Landwirtschaft oder auch in Industriebetrieben wie der Maxhütte, wo Friedrich Flick von der Ausbeutung der Zwangsarbeiter profitierte.

Die Projektgruppe Zwangsarbeit e.V. hat unter wissenschaftlichen Kriterien eine Ausstellung zu dieser Thematik erstellt.

Die Ausstellung wird vom 25. Mai bis 23. Juni 2012 im großen Rathaussaal der Stadt Sulzbach-Rosenberg, Luitpoldplatz 25, gezeigt.

Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 11:00 Uhr bis 19:30 Uhr, Montag geschlossen.

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 25.Mai, 19:00 Uhr im großen Rathaussaal statt. An der Ausstellungseröffnung nehmen ehemalige Zwangsarbeiter teil.

Eine ausstellungsbegleitende Podiumsdiskussion wird am Samstag, 26.Mai, 10:30 Uhr im Gasthof Sperberbräu, Rosenberger Str. 4, Sulzbach-Rosenberg veranstaltet.

Es diskutieren u.a.:

Michael Göth, 1. Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg

Prof. Dr. Mark Spoer, Experte für Zwangsarbeit, Universität Regensburg

Dekan Karlhermann Schötz, ev.-luth. Dekanat Sulzbach-Rosenberg

Wolfgang Berndt, Kreisvorsitzender DGB Amberg-Sulzbach-Rosenberg

aktueller Rundbrief der VVN-BdA Nürnberg

6. Mai 2012

Die VVN-BdA Nürnberg informiert regelmäßig mit einem Rundbrief über ihre Arbeit.

Schwerpunktthema des aktuellen Rundbriefs ist das NPD-Verbot.

Daneben wird zu mehreren interessanten Veranstaltungen eingeladen.

Hier der Rundbrief zum Download.

20120507_1_rundbief_03-2012.pdf (301 KB)

Einstimmiger Landtags-Beschluss: Freies Netz Süd verbieten!

25. April 2012

Alle Parteien im bayerischen Landtag sind sich einig: Sie fordern von der Staatsregierung ein Verbot der Neonazi-Organisation „Freies Netz Süd“.Die einstimmige Entscheidung folgte einem Dringlichkeitsantrag der SPD-Fraktion.

Der SPD-Antrag hat folgenden Wortlaut:

„Die Staatsregierung wird aufgefordert alle Möglichkeiten des Vereinsrechts auszuschöpfen, um die neonazistische Organisation Freies Netz Süd (FNS) zu verbieten. Weiterhin soll ein mögliches Verbot der zahlreichen Mitgliedsorganisationen des FNS geprüft und wenn möglich eingeleitet werden. Die Tarnorganisation des FNS „Bürgerinitiative soziales Fürth“ (BSF) ist ebenfalls zu verbieten.

Begründung:

Das sogenannte „Freie Netz Süd“ tritt bewusst nicht als straff geführte hierarchisch gegliederte Organisation auf, sondern gibt vor, lediglich eine Informationsplattform im Internet zu sein. Tatsächlich ist das neonazistische Netzwerk Freies Netz Süd derzeit die bedeutendste rechtsextremistische Organisation in Bayern und das entscheidende Bindeglied zwischen den „Freien Kameradschaften“ . Es besitzt eine offensichtliche Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus und wird von Gruppen und Personen getragen, die vorher beispielsweise in der Fränkischen Aktionsfront (FAF) aktiv waren. Die FAF wurde 2004 von Innenminister Beckstein verboten, wobei er in Aussicht stellte, „…gegen sich womöglich neu bildende Strukturen mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln vorgehen“ zu wollen. Hierzu wird die Staatsregierung nun dezidiert aufgefordert.

Ein Verbot des FNS wäre ein wichtiger struktureller Verlust der bayerischen rechtsextremen Szene und somit ein wichtiges Element einer umfassenden Strategie gegen Rechtsextremismus.“

Florian Ritter, MdL, Sprecher der SPD-Fraktion zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, begrüßte die Entscheidung in einer Presseerklärung:

„Es ist höchste Zeit, dass eine solche Gruppierung, die sich militant gegen die Demokratie stellt, aus dem Verkehr gezogen wird.“

VVN Bayern zum Verfassungsschutzbericht

15. April 2012

Im Bayerischen Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2011 wird wiederum ohne wirklich inhaltliche Begründung die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusste Organisation“ bezeichnet und damit deren Erwähnung im Bayerischen Verfassungsschutzbericht gerechtfertigt.Diese Einschätzung ist eine skandalöse Diffamierung der VVN-BdA und missachtet völlig deren Ziele und Wirken. Diese Erwähnung der VVN-BdA gibt es außer in Bayern weder im Bund noch in den meisten anderen Bundesländern.

Mit der Etikettierung der VVN-BdA – und beispielsweise auch des Antifaschistischen Informations- und Dokumentationsarchivs AIDA – als „linksextremistisch“ erweist sich der bayerische Verfassungsschutzbericht erneut als parteipolitisches Kampfinstrument des Innenministeriums zur Aufrechterhaltung altgedienter Feindbilder. Während die Gefahren durch Neonazis seit Jahrzehnten verharmlost werden, wird jedes Jahr von Neuem eine angebliche „linksextremistische“ Gefahr“ heraufbeschworen. Unter dem Deckmantel „Verfassungsschutz“ werden damit für das Innenministerium unliebsame politische Kritik und antifaschistisches Engagement als verfassungsfeindlich diffamiert und massiv behindert.

Dies fügt sich ein in eine bedenkliche Tradition des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, die davon gekennzeichnet ist,

• dass auch das Bayerische Verfassungsschutzamt in den 1950er Jahren unter wesentlicher Mithilfe ehemaliger Nazis aufgebaut worden ist und diese Geschichte bis heute nicht wissenschaftlich aufgearbeitet hat;

• dass in Zeiten des Kalten Krieges die Hauptaufgabe in der „Bekämpfung des Kommunismus“ gesehen wurde, wofür auch ehemalige Nazis als Mitarbeiter willkommen waren;

• dass das Amt in den 1970er und 1980er Jahren wesentlich bei den „Berufsverboten“ für kritische linke BürgerInnen mitgewirkt hat;

• dass Aktivitäten von alten und neuen Nazis in Bayern jahrzehntelang „vergessen“ oder verharmlost worden sind;

• dass das Amt keinen wirklichen Beitrag leistete zur Aufklärung neofaschistischen Terrors vom „Münchner Oktoberfest-Attentat“ 1980 bis zur Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ heute;

• dass es sich bis heute einer wirklich effektiven demokratischen Kontrolle entzieht.

Die Etikettierung der VVN als „linksextremistisch“ ist vor allem auch eine persönliche Diffamierung der älteren Mitglieder der VVN, die unter dem Naziterror in Konzentrationslagern leiden mussten: Diejenigen, die sich damals den Nazis entgegenstellten und noch heute in hohem Alter die Jugend aufklären möchten, werden letztlich als „Extremisten“ auf die gleiche Stufe wie die Neonazis gestellt. Besonders empörend war, dass im letztjährigen Verfassungsschutzbericht 2010 Ernst Grube, Überlebender des KZ-Theresienstadt, persönlich als „Linksextremist“ diffamiert wurde, weil über ihn „Verbindungen zur DKP und zu autonomen Gruppen bekannt“ seien.

Den vollständigen Text der Erklärung von Friedbert Mühldorfer, Landessprecher der VVN-BdA, finden Sie hier:

20120416_1_vvn_by_zu_vs-bericht_2011.pdf (119 KB)

67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

9. April 2012

Die Gedenkfeiern zum Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau 1945 finden heuer am 29. April statt.

Auftakt der Feierlichkeiten sind zwei Gottesdienste, jeweils um 9:30 Uhr. Der russisch-orthodoxe Gottesdienst findet in der Christi-Auferstehungs-Gedächtnis-Kapelle, der ökumenische Gottesdienst in der Klosterkirche des Karmel „Heilig-Blut“ statt.

Um 10:00 Uhr folgt die Gedenkstunde der Israelitischen Kultusgemeinden Bayerns an der Jüdischen Gedenkstätte im ehem. KZ Dachau.

Die Gedenkfeier des Internationalen Dachau-Komitees findet um 10:45 Uhr statt. Sie beginnt mit dem Gedenken vor dem Krematorium, dann schließen sich der gemeinsame Gang zum Appellplatz und die Ansprachen und Kranzniederlegungen vor dem Internationen Mahnmal an.

Abschluß der Gedenkfeiern des Tages ist um 12:30 Uhr die Gedenkstunde der Initiative „Jahrestag der Befreiung“ am ehemaligen „SS-Schießplatz“ in Hebertshausen (Friedensweg).

Einen Überblick über die verschiedenen Veranstaltungen können Sie hier downloaden.

20120410_1_dachau2012ueberblick.pdf (71 KB)

Ostermärsche warnen vor neuen Kriegen

geschrieben von Dr. Guido Hoyer

29. März 2012

Auch in diesem Jahr ruft die Friedensbewegung wieder an vielen Orten zu Ostermärschen auf, um für eine Welt ohne Krieg zu werben.

Gemäß der vor 52 Jahren begonnenen Tradition der Ostermärsche werden die Ostermärsche von lokalen Initiativen gestaltet, es gibt keine bundeseinheitlichen Losungen. Dennoch gibt es Themenschwerpunkte, die von vielen Veranstaltungen aufgegriffen werden.

So der Krieg in Afghanistan und die Forderung nach dem Abzug der Bundeswehr, die aktuellen Kriegsdrohungen gegen Syrien und den Iran und ein Verbot von Waffenexporten. Die Transformation der Bundeswehr zu einer „Armee im Einsatz“ wird ebenso kritisiert, wie das Werben für die Armee an Schulen und Hochschulen. Schließlich bleibt die Friedensbewegung, die ihre Wurzeln in der Anti-Atomwaffenbewegung der 50er Jahre hat, bei ihrer Forderung nach Abschaffung der Atomkraftwerke.

Die VVN-BdA ist Mitveranstalter vieler Ostermärsche, in München spricht der langjährige Landesgeschäftsführer der VVN-BdA Bayern, Ernst Antoni.

Am Ostersamstag, 7. April 2012 finden Ostermärsche in Ansbach, Augsburg, Erlangen, München, Traunstein und Würzburg statt, am Ostermontag, 9. April folgen Märsche in Landshut, Nürnberg und Fürth sowie München-Allach.

Die Einzelheiten zu den Veranstaltungen und die Aufrufe finden Sie unter Termine.

Bayerischer Verfassungsschutzbericht

23. März 2012

Die Proteste waren erfolgreich: Ernst Grube, Holocaust-Überlebender, vielgefragter Zeitzeuge an bayerischen Schulen und Landessprecher der VVN-BdA Bayern, wird im bayerischen Verfassungsschutzbericht 2011 nicht mehr als „Linksextremist“ genannt.Ein Resultat der breiten Sympathie und Solidarität mit Ernst Grube und seinem unermüdlichen Engagement als Zeitzeuge in allen Kreisen der bayerischen Bevölkerung.

Die VVVN-BdA selbst wird jedoch nach wie vor als „bundesweit größte linksextremistisch beein¬flusste Organisation im Bereich des Antifaschismus“ beschrieben.

Es wird behauptet, in der VVN-BdA würden „alle nicht-marxistischen Systeme – also auch die parlamentarische Demokratie – als potenziell faschistisch, zumindest aber als eine Vorstufe zum Faschis¬mus betrachtet, die es zu bekämpfen“ gelte.

Das aber ist ein in der Geisteswelt der Schlapphüte ausgebrütetes Hirngespinst.

Die VVN-BdA, Landesverband Bayern, hat Rechtsmittel gegen die Nennung im Verfassungsschutzbericht eingelegt. Sie wird ihr gesellschaftlich notwendiges Engagement gegen Neonazismus unbeirrt fortsetzen.

Bündnis 90/Die Grünen im Landtag fordern: Keine Rechtsextremisten im „Sudetendeutschen Bildungszentrum Heiligenhof“

19. März 2012

Nach Erkenntnissen der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sind im Bildungszentrum Heiligenhof in Bad Kissingen, deren Veranstaltungen auch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden, wiederholt rechtsextreme Referenten aufgetreten.Die Grünen fordern nun, weitere Zuschüsse des Freistaats von einer klaren Distanzierung von rechtsextremen Referenten abhängig zu machen.

Der Antrag der Landtags-Grünen im Wortlaut:

„Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, das „Sudetendeutsche Bildungszentrum Heiligenhof“ künftig nur noch dann finanziell, d.h. in Form von Fördergeldern für Veranstaltungen im „Heiligenhof“ und mit Geldern für bauliche Erweiterungen und Sanierungen zu unterstützen, wenn sich die Verantwortlichen des „Sudetendeutsches Bildungszentrums Heiligenhof“ ausdrücklich dazu verpflichten,

– sich vom revanchistischen und antisemitischen Internationalen Willi-Wanka-Kreis und von eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnenden Referenten, wie Andreas Wesserle, Rudolf Pueschel und Tomislav Sunic; zu distanzieren;

– künftig sämtliche VeranstalterInnen und ReferentInnen, die im Vorfeld als rechtsextremistisch aufgefallen sind, von Veranstaltungen auszuschließen.“

Vorausgegangen war eine schriftliche Anfrage von Simone Tolle, MdL, deren Beantwortung durch Innenminister Joachim Hermann die Grünen entsetzt.

Beispielsweise hatte Hermann geschrieben, über den Geschichtsrevisionisten Dr. Anfreas Weckerle lägen „keine aktuellen Erkenntnisse des Verfassungsschutzes vor“, gab zugleich aber zu, dass Weckerle 2005/2006 Autor der „Deutschen Stimme“ -der Parteizeitung der NPD- gewesen sei.

Chistine Stahl, MdL, Vizepräsidentin des Landtags: „Die Ahnungslosigkeit und Ignoranz der bayerischen Staatsregierung bezogen auf rechtsextremistische Umtriebe ist bodenlos.“

20120320_1_anfrage-heiligenhof.pdf (69 KB)

20120320_2_antrag_keine.pdf (61 KB)

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