„Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen.“ – Esther Bejarano
13. März 2026
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Bayern verurteilt die am 11. März 2026 durchgeführten Hausdurchsuchungen gegen Antifaschist:innen.
Insgesamt wurden an diesem Tag 24 Wohnungen durchsucht, mit Schwerpunk in Mittel- und Oberfranken. Grundlage der Maßnahmen ist der Vorwurf des Landfriedensbruchs im Zusammenhang mit der Gegendemonstration gegen den Aufmarsch des rechten Bündnisses „Gemeinsam für Deutschland“ am 26. April 2025 in Nürnberg. An diesem Tag stellten sich über tausend Menschen den Rechten entgegen, um zu verhindern, dass Neonazis und extrem rechte Akteur:innen ungestört durch die Stadt marschieren.
Fast ein Jahr später erfolgen nun Hausdurchsuchungen gegen antifaschistische Aktivist:innen und Gewerkschafter:innen. Welche neuen Beweismittel nach dieser langen Zeit noch zu finden sein sollen, bleibt unklar. Statt Aufklärung entsteht der Eindruck, dass diese Maßnahmen vor allem Einschüchterung und Abschreckung dienen sollen.
Die Behauptung gezielter Angriffe auf Polizeibeamte steht nach unserem Kenntnisstand in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Ereignissen. Viele der Demonstrierenden wollten den rechten Aufmarsch blockieren und den öffentlichen Raum nicht widerstandslos den Feinden einer offenen und solidarischen Gesellschaft überlassen. Formen des zivilen Ungehorsams gehören seit jeher zum Repertoire gesellschaftlicher Protestbewegungen. Sie sind ein legitimes Mittel, um auf Missstände aufmerksam zu machen und rechten Aufmärschen entgegenzutreten.
Dass antifaschistische Proteste kriminalisiert werden, während extrem rechte Gruppen in Nürnberg seit Monaten regelmäßig durch die Stadt marschieren können, ist ein fatales Signal. Antifaschismus ist kein Verbrechen – er ist eine notwendige Konsequenz aus der Geschichte dieses Landes.
Der Widerstand gegen Faschismus und Rassismus war immer eine Aufgabe der Zivilgesellschaft. Repression gegen diejenigen, die sich Neonazis entgegenstellen, stellt diese Verantwortung auf den Kopf.
Unsere Solidarität gilt allen Betroffenen – antifaschistischer Widerstand bleibt notwendig.







